Bundesamt für Naturschutz

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Erstellung von Vollzugshilfen

CD-Erkennungshilfe „CITESwoodID“ für CITES-Hölzer

Das Bild zeigt die CD CITESwoodID.

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) führt in seinen Anhängen eine Reihe von tropischen Baumarten auf, deren Holz in mehr oder weniger großem Umfang international gehandelt wird. Für einen wirksamen und praktikablen CITES-Vollzug dieser auch in Deutschland gehandelten Holzarten ist es notwendig, die relevanten CITES-gelisteten Holzarten identifizieren bzw. sie von ähnlich aussehenden Hölzern unterscheiden zu können.

Da die CITES-Vollzugsbehörden selten oder nicht über holzspezifische Kenntnisse verfügen und geeignete handhabbare Erkennungshilfen lange Zeit nicht vorhanden waren, gab es Kontrolldefizite in diesem Bereich.

Vor diesem Hintergrund wurde 2005 vom Thünen-Institut im Auftrag und nach Vorgaben des BfN als wissenschaftlicher CITES-Behörde die CD "CITESwoodID" zur Erkennung von CITES-geschützten Holzarten entwickelt.

CITESwoodID ist eine interaktive CD und bietet erstmals die Möglichkeit, Handelshölzer, die den Schutzbestimmungen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) unterliegen, anhand gut erkennbarer makroskopischer Strukturmerkmale und eines direkten Bildvergleichs zu bestimmen. Unter makroskopischen Strukturmerkmalen sind solche Merkmale zu verstehen, die mit bloßem Auge oder einer etwa 10-fachen Vergrößerungslupe sichtbar sind.

Besonderer Wert wurde auf die Erstellung qualitativ hochwertiger fotografischer Abbildungen gelegt. Sowohl die Merkmale als auch die einzelnen Holzarten sind mit farbigen Abbildungen illustriert. Diese stehen zusätzlich zu den Definitionen und Erläuterungen bei einer Identifikation zur Verfügung.

Neben der reinen computergestützten Identifikation einzelner Holzarten bietet die Datenbank zusätzlich den Zugriff auf Beschreibungen und Illustrationen ähnlicher Hölzer, mit denen die unter CITES geschützten Hölzer leicht verwechselt werden können.


Teilnehmer eines Lehrgangs zur Holzerkennung
Das Bild zeigt Teilnehmer eines Lehrgangs zur Holzerkennung.

Die makroskopische Holzartenbestimmung auf der Basis der CD bietet in der Praxis oft die einzige praktikable und schnell durchführbare Möglichkeit, Holzarten ohne die Hinzuziehung von Experten zu unterscheiden oder zumindest annäherungsweise zu bestimmen. Allerdings sind der makroskopischen Untersuchung Grenzen gesetzt. Weiterführende Holzbestimmungen sind an eine mikroskopische Untersuchung gebunden, die aber nur von erfahrenen Holzanatomen durchgeführt werden sollte.

Die CD richtet sich vornehmlich an Zoll- und Naturschutzbehörden, aber auch an Betriebe und Beschäftigte der Holzwirtschaft, an Verbraucher sowie an Bürger und öffentliche Institutionen, um ihnen die Bestimmung CITES-gelisteter Holzarten zu ermöglichen, aber auch, um sie für Artenschutzaspekte im Holzbereich zu sensibilisieren.

Die Software wurde seit ihrer Entwicklung mehrfach erweitert, an die zwischenzeitlich erfolgten CITES-Holzlistungen angepasst, und ist in allen drei CITES-Sprachen (Englisch, Französisch und Spanisch) sowie in Deutsch verfügbar. CITESwoodID ist derzeit eine der innovativsten und praktikabelsten Erkennungshilfen geschützter Tropenholzarten. Sie hat sich seit ihrer Einführung als unverzichtbares Instrument im praktischen Vollzug der Holzartenerkennung etabliert, wird regelmäßig auf nationalen und internationalen Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen vorgestellt und angewendet, und mittlerweile in vielen Staaten bei der Kontrolle der Ein- und Ausfuhr von CITES-geschützten Holzarten eingesetzt.

Das BfN hat im November 2017 eine neue, überarbeitete Version der interaktiven Holzerkennungssoftware CITESwoodID erstellt, die ab sofort als CD-ROM zur Verfügung steht. In die neue Version wurden die im Jahr 2016 neu im Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) gelisteten Holzarten, hierunter viele Palisander-Hölzer, sowie viele verwechslungsfähige Arten aufgenommen und mit makroskopischen Beschreibungen und Illustrationen unterlegt. Das Holz der neu gelisteten Arten findet vor allem, aber nicht ausschließlich, im Musikinstrumentenbau Verwendung.

Ansprechpartner: hajo.schmitz-kretschmer@bfn.de