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Unterwasserschall


Ausbreitung von Schall im Meer. Grafik: A. Blöcker | [+] Grafik vergrößern

Die Grafik zeigt in einer schematischen Darstellung die Ausbreitung von Schallwellen im Meer. Grafik: A. Blöcker

Unter Wasser ist es niemals still. Wind und Wellenschlag, Strömungen und Niederschläge, aber auch die Kommunikationslaute vieler Unterwassertiere bilden eine natürliche und permanente Geräuschkulisse, die lokal sehr unterschiedlich stark ausgebildet sein kann. Hinzu kommen noch die vom Menschen verursachten Geräusche. Dieser meist unerwünschte Schall wird, sobald er eine bestimmte, für viele Tiere störende Lautstärke erreicht hat, als Lärm bezeichnet. Anthropogen verursachter Unterwasserlärm gilt heute als eine der Hauptbelastungen für unsere Meere und seine Bewohner (OSPAR 2009). So hat sich während der letzten 35 Jahre der Unterwasserlärm pro Jahrzehnt verdoppelt. 

Schall im Meer

Aufgrund der physikalischen Eigenschaften breitet sich Schall unter Wasser ca. 4,5 mal schneller aus als in der Luft. Da zudem die Dämpfung im Wasser für verschiedene Frequenzen unterschiedlich stark ist, ist zum Beispiel lauter, tieffrequenter Schall sehr weit hörbar.

Man unterscheidet den  kontinuierlichen Schall und den
 Impulsschall, die jeweils unterschiedliche  Auswirkungen auf Tiere haben können. Vor allem für Meeressäugetiere, die mit Hilfe von Schall kommunizieren, navigieren und ihre Beute orten, bedeutet der Unterwasserlärm eine ernstzunehmende Bedrohung.

Lärmquellen im Meer

Die Quellen für vom Menschen gemachten Lärm sind vielfältig. Vor allem die Küstenmeere sind durch die
 Schifffahrt stark betroffen. Doch auch seismische Untersuchungen zur Erkundung von  Öl- und Gasvorkommen,  Militärsonare, lokale Sprengungen (z.B. zur Beseitigung von Altmunition), der Abbau von  Sand- und Kies oder auch hydroakustische Meeresbodenkartierung führen zu erheblichen Schalleinträgen. Und mit dem Ausbau der
 Offshore-Windenergie weitet sich das Problem aus.

Das BfN engagiert sich intensiv für die  Minimierung von Unterwasserlärm in der Nord- und Ostsee.

Forschung über Unterwasserlärm

Im Rahmen eines breit angelegten Forschungsprojekts innerhalb der so genannten AWZ-Forschung werden verschiedene Untersuchungen zum Unterwasserschall in Nord- und Ostsee durchgeführt. Ziel ist es, überprüfbare Standards zur Bewertung des Einflusses von Unterwasserschall auf marines Leben zu entwickeln, insbesondere auf Schweinswale und Kegelrobben, aber auch auf Fische. Zur Vervollständigung der Informationen über Lärm im Meer wurde in den Natura 2000 Schutzgebieten der Nord- und Ostsee eine Schallkartierung mittels Unterwassermikrofonen durchgeführt.

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